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Mehr Zusammenarbeit, weniger Komplexität: Erfahrungen aus dem Smart-Meter-Rollout in UK

Alison Jeffers
By Alison Jeffers - 16. April 2020 10:45:02 MESZ

UK blogFür Alison Jeffers, Vice President Customer Delivery EMEA bei Landis+Gyr, ist die Zusammenarbeit aller Stakeholder der Schlüssel zu einem erfolgreichen, termingerechten und kostentreuen Smart-Meter-Rollout.

Vor meinem Einstieg in die Energiebranche war ich in der Telekommunikation beschäftigt. Zu meinen Hauptaufgaben dort zählten Rollouts von IP-Telefonie-Lösungen.

Es war normal, dazu den Kunden vor Ort zu besuchen und die bewährten, alten Analoggeräte auf den Tischen gegen schicke IP-Telefone zu tauschen. Allerdings funktionierten die neuen Geräte nicht, weil die erforderliche Netztechnik für die IP-Telefonie nicht leistungsstark genug war – eine frustrierende Erfahrung für die Kunden. Genauso benötigen Smart Meter für einen reibungslosen Betrieb eine funktionierende End-to-End-Kommunikationslösung für die IT. Es reicht eben nicht, sich nur über die Zählertechnologie Gedanken zu machen – man muss das gesamte Ökosystem betrachten, in dem alle Teile ineinandergreifen.

Teil einer Welt vernetzter Lösungen

Viele IT-Projekte scheitern an erheblichen Termin- oder Budgetüberschreitungen. Eine meiner wichtigsten Erfahrungen ist, dass vor allem die Zusammenarbeit zählt. Wir bewegen uns in einer Welt vernetzter Lösungen und können nicht isoliert für uns arbeiten. Wir müssen mit unseren Kunden und unserem Geschäftsumfeld zusammenarbeiten.

Das Vereinigte Königreich ist ein gutes Beispiel für die Komplexität von Smart-Meter-Rollouts. Es gibt nicht nur eine ganze Reihe von Anbietern, sondern auch viele unterschiedliche Kommunikationsknoten, die miteinander im Wettbewerb stehen.

Alle Smart-Meter-Modelle im UK-Markt müssen mit den Knoten kommunizieren können – und umgekehrt. Die diversen Marken für In-home-Geräte machen das Ganze noch komplizierter. Dieser Grad an Marktkomplexität hat dazu geführt, dass Smart-Meter-Rollouts deutlich länger dauern als geplant.

In Grossbritannien werden rund 53 Millionen Smart Meter (Strom und Gas) ausgerollt. Landis+Gyr hat als erster Hersteller die landesweite SMETS 1 und 2 Konformität erreicht. Die erste Phase ist mittlerweile beendet, die zweite wird aktuell noch ausgerollt. Landis+Gyr hat Aufträge für über 25 Millionen Geräte, was bedeutet, dass am Ende des Rollouts fast jeder Haushalt über einen Landis+Gyr Zähler verfügt. Im Rekordmonat September 2019 haben wir unseren zehnmillionsten SMETS-Zähler ausgeliefert.

Kein Weg, den man alleine gehen kann

Aber der Weg zum Erfolg war kein leichter. Alleine hätten wir das nicht geschafft. Und die Betreiber der Kommunikationsknoten ebenfalls nicht, und auch nicht die Energieunternehmen. Vor gut einem Jahr haben wir das Landis+Gyr Anwenderforum ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zu forcieren. Anfangs war dies ein monatliches Treffen, zu dem wir unsere Kunden eingeladen haben, ihre „Pain Points“ und Ideen mit uns zu teilen. Zunächst waren sie etwas zögerlich – was man angesichts der Tatsache, dass auch Wettbewerber dabei waren, durchaus verstehen kann. Aber mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Kunden ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, was uns wiederum ermöglichte, Lösungen zu entwickeln und gemeinsam die Probleme schneller aus der Welt zu schaffen.

Damit wurde unser Forum immer beliebter. Heute sind nicht nur Kunden dabei, sondern auch die Behörden, Kommunikationsanbieter und Geldgeber – ein monatlicher Austausch des gesamten Ökosystems. Dieses fantastische Niveau der Zusammenarbeit ist eine grossartige Basis für erfolgreiche Projekte.

Die wichtigsten Tipps für einen erfolgreichen Rollout

Haltet es einfach; unterschätzt nicht die technische Komplexität. Keine Sonderlösung, wenn es sich  vermeiden lässt.
Neue Technologie: Man weiss nie, was man nicht weiss. Wir testen unsere Zähler in einer End-to-End-IT-Lösung, in der Systemumgebung unsere Kunden, mit demselben Testplan wie diese. So können wir technische Probleme schnell erkennen und beheben.
Setzt Euch realistische Timings für Pilotprojekte  und Tests.
Stellt sicher, dass die Kommunikationstechnologie passt.
Versetzt Euch in den Kunden. Ist das Vertrauen einmal  verloren, ist es sehr schwierig, es zurückzugewinnen.
Teilt die Vision.
Feiert den Erfolg!

 

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