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Services im Takt mit der AMI-Evolution

Esa Eerola
By Esa Eerola - 30. Mai 2018 08:41:41 MESZ

ThinkstockPhotos-644335608_klein Neulich hatte ich Gelegenheit zur Durchsicht des von IHS Markit veröffentlichten “Electric Grid Managed Services Report – 2018”. Ein absolut lesenswerter Bericht für jeden in unserer Branche, der sich für das Servicegeschäft interessiert. IHS Markit beschreibt darin die wichtigsten Stufen der AMI-Evolution, die ich einmal aus der Service-Perspektive betrachten möchte.

Folgt man dem Bericht, durchläuft die AMI-Evolution drei Phasen:

  1. Im ersten Schritt – AMI 1.0 – erfolgt der Rollout der Smart Meter und der benötigten Software, in erster Linie getrieben von rechtlichen Vorgaben. Der Schwerpunkt liegt auf der Zählermontage und der Datenerfassung für das Billing.
  2. In der AMI 1.5 – der zweiten Phase – erweitert sich der Fokus auf eine breitere Verwendung der AMI-Daten über das Billing hinaus. EVU beginnen, neue Services zu entwickeln und zu vermarkten, die auf der Analyse der AMI-Daten basieren. Ausfallmanagement oder die Überwachung der Stromqualität beispielsweise rücken ins Blickfeld.
  3. Der dritte Schritt, AMI 2.0, ist dann die Phase, in der AMI-Daten in allen möglichen operativen und betrieblichen Prozessen genutzt werden. Einige EVU sind hier heute schon recht weit.

Nun birgt die modellhafte Darstellung solcher Schritte ohne Blick auf die Details immer das Risiko einer zu starken Vereinfachung. Aber wenn ich den Markt und meine aktuellen Kundenprojekte betrachte, passen diese Schritte gut. Und ganz offensichtlich durchlaufen Angebote und Nachfrage bei den AMI-Services dieselben Phasen!

Schritt 1: Services für den AMI-Betrieb

Landis+Gyr bietet seit Jahren, ja Jahrzehnten, Lösungen und Dienstleistungen für AMI 1.0 an. Smart Meter, Kommunikationstechnik und Software sind konkrete Beispiele unseres Angebots; auf der Service-Seite haben wir natürlich den Support für deren Betrieb im Portfolio. Viele Kunden wollen AMI selbst betreiben, nutzen aber unsere Software-as-a-Service-Produkte, um nicht in eigene IT-Infrastrukturen investieren zu müssen. Und noch mehr Unternehmen in EMEA ziehen mittlerweile Metering as a Service für ihre AMI in Betracht. Dabei übernehmen wir die Verantwortung für den gesamten Ableseprozess, von der Erfassung bis zur Validierung der Daten. Hierin haben wir grosse Erfahrung, vor allem in den Märkten der USA und den nordischen Ländern.

Schritt 1.5: Services für die Nutzung der AMI-Daten

AMI 1.5 ist ein Zwischenschritt in Richtung AMI 2.0. Dabei beginnen EVU mit der Implementierung von Lösungen zur Überwachung der Stromqualität oder für detailliertere Reportings als Entscheidungsgrundlagen. Möglicherweise denken sie auch schon an das Outsourcing von Aufgaben, die über Ablesedienste hinausgehen. Ich kann nur sagen, dass die Entwicklung neuer Angebote in diesem Bereich eine spannende Aufgabe ist! Wir setzen auf komplett modulare Lösungen, bei denen EVU wählen können, welche Funktionen sie selbst übernehmen und welche sie zukaufen wollen. 

Schritt 2.0 und weiter: Services, um das Potenzial von AMI auszuschöpfen

Um AMI 2.0 gibt es einen echten Hype, besonders in den Ländern, in denen sich die Energieversorger auf die zweite Welle des Smart-Meter-Rollouts vorbereiten. Vereinfacht gesagt, ist dort von der Datenerfassung für die Abrechnung gar nicht mehr gross die Rede, das wird als Standard vorausgesetzt und muss reibungslos funktionieren. Das Augenmerk liegt vielmehr darauf, möglichst viel aus den Daten herauszuholen, zum Beispiel durch Analytik oder Visualisierung. In ihrer erstaunlichen Menge und Vielfalt verändern die Daten aus Smart Metern, Sensoren und anderen Netzkomponenten die Planung und den Betrieb der Netze mit enormer Geschwindigkeit.

Jetzt sind effiziente Prozesse und Tools gefragt. Automatisierung, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz sind für die Datensammlung und -analyse unumgänglich. Aber auch in diesem Umfeld sind Experten und Erfahrung gefragt, um all die Daten sinnvoll zu nutzen und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen.

Wir wollen auch in dieser Phase der AMI-Evolution ein starker Partner für Energieunternehmen sein. Aus meiner Sicht sind gemeinsame Entwicklungsprojekte und eine enge Zusammenarbeit in Kundenprojekten der effizienteste und beste Weg in diese Richtung. So haben wir beispielsweise eine Advanced-Grid-Analytics-Lösung (AGA) auf den Markt gebracht, die Tools zur Optimierung von Investitionen in das Smart Grid bereitstellt. Unsere Lösung für das Meter Asset Management (MAM) visualisiert den Zählerpark über den gesamten Lebenszyklus. Bei beiden bildet Software die Basis, aber sie enthalten auch starke Service-Module. Wie in der AMI 1.5 können auch hier unsere Kunden frei entscheiden, bis zu welchem Grad sie Prozesse inhouse oder extern „as a Service“ abbilden.

In meinem Beitrag habe ich  – dem IHS-Markit-Report folgend – eine Methode beschrieben, wie Service-Portfolio und AMI-Evolution kombiniert werden können. Der Bericht zeigt aber auch andere Möglichkeiten, Managed Services zu kategorisieren. Das ist zu begrüssen, denn meines Wissens gibt es noch keine einheitliche Terminologie in der Branche, obwohl die Services immer gefragter sind.

Wenn Sie sich für AMI-Services interessieren, werfen Sie doch auch einen Blick auf meine vorherigen Beitrag: Landis+Gyr Service-Portfolio aus der Sicht eines Produkt Managers.